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  • LEIVTEC XV3

    Bei dem Geschwindigkeitsüberwachungsgerät LEIVTEC XV3 handelt es sich um ein Laser-Messgerät zur mobilen Messung der Geschwindigkeiten von Fahrzeugen, welches am 02. Juli 2009 die innerstaatliche Bauartzulassung der PTB erhalten hat. Die Ermittlung der Geschwindigkeit beruht auf der Änderung der Entfernung des anvisierten Ziels in Abhängigkeit der Zeit.

    Für die Ermittlung dieser Entfernung wird ein quadratisch aufgeweiteter Laserstrahl ausgesandt, von dem die Laufzeit bis zum Fahrzeug und zurück zum Empfänger gemessen wird. Aus der Folge der nacheinander ausgesandten Impulse und der sich daraus ändernden Laufzeit wird mit Hilfe der bekannten Größe der Lichtgeschwindigkeit die Entfernung berechnet. Aus der Änderung der einzelnen Entfernungen mit der Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit des Fahrzeuges (Vgl. BTP -4037148, 2.7.2009, S. 2).

    Das XV3 misst nur ankommenden Verkehr. Insoweit werden nur sich verkürzende aufeinanderfolgende Laufzeiten innerhalb einer Messung ausgewertet. Abfließender Verkehr wird durch das Messgerät somit nicht erfasst.
    Erkennt das Messgerät ein ankommendes Fahrzeug in einem Bereich zwischen ca. 70 m und ca. 50 m, werden ab einer Messentfernung von ca. 50 m permanent Laserstrahlen ausgesandt. Das zu messende Fahrzeug wird über eine Wegstrecke von maximal 20 m gemessen, mindestens jedoch über 8 m. Bei sehr langsamen Fahrzeugen erfolgt ein Abbruch der Messung nach max. 1,5 s. In diesem Fall reicht auch eine kürzere Messstrecke als 8 m für die Ermittlung der Geschwindigkeit aus.

    Für die Ermittlung der Geschwindigkeitswerte führt der XV3 Sensor bei einer aktiven Messung (ca. 50 m - 30 m vor dem Messgerät) alle 10 ms eine Entfernungsmessung durch. Jede einzelne Entfernungsmessung setzt sich aus 200 einzelnen Laserimpulsen mit jeweils einer Halbwertsbreite von 50 µs zusammen. Somit erfolgen 100 Entfernungsmessungen bzw. 20.000 einzelne Laserimpulse pro Sekunde. Dies bedeutet, dass ein Fahrzeug welches mit einer Geschwindigkeit von bspw. 50 km/h in den Laserstrahl einfährt mit 11520 einzelnen Laserimpulse gemessen wird.

    Mit zunehmender Messstrecke wird auch die Anzahl der Einzelmessungen größer. Je nach Messdauer werden aus diesen einzelnen Entfernungsmesswerten zwischen 30 und 300 Messpakete zusammengefasst und in einem Koordinatensystem über die Zeitachse aufgetragen. Jeder dieser Messpunkte stellt dabei, als Mittelwert aller Einzelimpulse, einen Messwert für die Geschwindigkeit dar. Anhand der einzelnen Messpunkte wird eine Regressionsgerade gebildet. Bei einem zu großen Distanzsprung, zwischen den einzelnen Entfernungsmessungen, wird der Messvorgang (bezogen auf eine zusammenhängende Strecke) automatisch abgebrochen. Die dafür tolerierten Werte sind dynamisch gestaffelt und richten sich nach der Geschwindigkeit des zu messenden Fahrzeuges. Dabei werden bei hohen Geschwindigkeiten größere Distanzsprünge toleriert als bei niedrigen. Ist jedoch während des gesamten Messvorganges innerhalb der möglichen 20 m Messstrecke ein zusammenhängendes Teilstück von den geforderten 8 m durchgehend erfasst worden, wird dieses für eine gültige Messung ausgewertet. Das heißt, es werden immer die mindestens letzten 8 m ab dem letzen Messwert zur Berechnung der Geschwindigkeit verwendet. Dabei wird die auswertbare Messstrecke ab dem letzten Messwert so weit wie möglich in Richtung des Messung-Start-Punktes verlängert, wodurch im Idealfall eine auswertbare Messstrecke von 20 m (Messung-Ende = 30 m bis Messung-Start = 50 m) erreicht wird.
    Nachdem das Messgerät einen gültigen Messwert berechnet hat, erfolgt die Überprüfung der Güte mit Hilfe der Varianz (mittlere quadratische Abweichung). Bei Feststellung einer zu großen Abweichung wird der Messwert ebenfalls annulliert.